Katholischer Religionsunterricht

Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst der Kirche an jungen Menschen im Lebensraum Schule. Durch seine Anbindung an den gelebten Glauben entfaltet er seine bildende Kraft und soll somit erfahrungsnah aufgenommen werden. Er wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der konfessionellen Kirchen erteilt. Neben konfessionsspezifischen und christlichen Themen begegnen die Jugendlichen auch den anderen Weltreligionen und lernen diese in ihren Besonderheiten kennen. Der Religionsunterricht versteht sich zudem als Fach, in dem vor allem auch moralische, sozialethische und natürlich christliche Werte geprägt werden sollen.

„Der Antisemitismus hat .... seinen Sitz .... in einem bösen Herzen.“ (Peter von der Osten-Sacken)

Das aktuelle Themenplakat der ökumenisch verantworteten Kampagne trägt den Titel „Umkehren zum Leben beziehungsweise Antisemitismus“. Aus jüdischer Sicht meldet sich diesen Monat die Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg zu Wort: 

„Antisemitismus hatte und hat mörderische Folgen, und selbst seine „milderen“ Varianten vergiften das Leben. Die religiös, rassisch oder politisch begründete Abwertung des Judentums fordert die jüdische Gemeinschaft zu allen Zeiten zu Antworten heraus. Manche Jüdinnen und Juden versuchten den Demütigungen zu entgehen, indem sie möglichst wenig als solche erkennbar sind und sich an die Umgebung assimilieren. Am anderen Ende des Spektrums finden sich jene, die diese Bemühungen als aussichtslos verwarfen und die Errichtung eines eigenen Gemeinwesens erstrebten, in dem Judenhass keine Chance mehr haben würde. Jüdische Gegenwehr äußerte sich auch in vielfältigen Formen von Aufklärung, Apologetik und Entkräftung antisemitischer Anwürfe. Der Verunsicherung von außen wurde Stolz auf die eigene Kultur, Religion und Geschichte entgegengesetzt. Nur wenige ließen sich beeindrucken von christlichen Missionierungsversuchen, gleich ob sie als Zwang oder in vermeintlicher Liebe vorgetragen wurden.“ 

#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als zu denkst

Frei von Sklaverei und Tod: Pessach beziehungsweise Ostern

Im Jahr 2021 stellt die Nacht vom 27. auf den 28. März eine ganz besondere Nacht für gläubige Juden dar.
„Warum ist diese Nacht so ganz anders als die übrigen Nächte?“ fragen traditionell die jüdischen Kinder am Sederabend, dem Vorabend des Pessachfestes, der heuer auf einen Samstag fällt. Als Antwort wird die biblische Exodus-Geschichte erzählt und gemeinsam die Haggadah gelesen.
Im Judentum gilt es als selbstverständlich, dass Kinder bei religiösen Festen eingebunden werden und ihre Aufgaben erhalten. Auf diese Weise wird jüdischer Glaube nicht nur gelebt, sondern auch an die nächste Generation weitergegeben.
Das Pessachfest gehört zu den wichtigsten jüdischen Festen und folgt einem ganz bestimmten Ablauf. Das Fest erinnert an das rettende Eingreifen Gottes und an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Erst als der Sohn des Pharaos durch die letzte und zehnte Plage (Tod des Erstgeborenen) starb, ließ er die Israeliten in die Freiheit ziehen. Verschont blieben nur die israelitischen Familien, die nach Gottes Weisung ihre Türpfosten mit dem Blut eines Lammes bestrichen hatten. Die Bibel deutet „Pessach“ (= Vorübergang) auf das „schonende Vorübergehen Jahwes“ an den Häusern der Israeliten in Ägypten.
Neben einem festlich geschmückten Tisch und einem Sederteller mit festgelegten Speisen dürfen natürlich ungesäuerte Brote (Mazzot) nicht fehlen. Während der Pessachwoche darf nichts Gesäuertes gegessen werden. Beim „Fest der Ungesäuerten Brote“ wie das Pessachfest noch genannt wird, wird das „ungesäuerte Brot“ als Zeichen des sofortigen Aufbruchs gedeutet, der beim Auszug aus Ägypten gefordert war. Dieser kam so plötzlich, dass die Zubereitung gesäuerter Brote nicht mehr möglich war.
Bitterkraut, ein Hühnerknochen, ein gekochtes Ei, ein Fruchtmus und Petersilie mit Salzwasser sind typische Speisen, die man auf dem Sederteller findet. Jeder dieser Speisen hat eine besondere symbolische Bedeutung. Das Eintauchen der Petersilie in das Salzwasser und das Bitterkraut erinnern an die bittere Zeit der Knechtschaft und die Tränen der Israeliten in Ägypten. Anstelle des Pessachlammes, welches im Jerusalemer Tempel geschlachtet wurde, wird ein gebratener Hühnerknochen auf den Teller gelegt. Das ziegelfarbige Mus erinnert an die Lehmziegel der Sklavenarbeit und das gekochte Ei an das Festtagsopfer.
Es ist kein Zufall, dass die Termine des Pessachfestes und des Osterfestes so nah beieinanderliegen. Denn Pessach ist auch der Ursprung der christlichen Kartage und des Osterfestes.
Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die den Höhepunkt der Fastenzeit bildet und ins Osterfest, das höchste Fest der Kirche mündet. An diesem Tag erinnern wir uns an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, der dort mit seinen Jüngern das Pessachfest feiern wollte. In Jerusalem beginnt der Leidensweg Jesu, der am Rüsttag des Pessachfestes gekreuzigt wurde. Somit fielen Tod und Auferstehung in die Pessachwoche.
An Ostersonntag feiern wir Christen die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Rund um das Osterfest haben sich zahlreiche Bräuche wie das Osterlamm, das Bemalen von Ostereiern oder der Schokoladenosterhase etabliert. Wie im Judentum kommen auch diesen Bräuchen eine symbolische Bedeutung zu.
Das Lamm ist vor allem als Opfertier bekannt. Traditionell wurde es zum jüdischen Passachfest geschlachtet und gegessen. Das Osterlamm ist im Christentum jedoch ein Symbol für den Opfertod Jesu, der für unsere Sünden gestorben ist und uns vom Tod befreit hat.
Warum der Osterhase der Überbringer der Ostereier ist, hat einen ganz bestimmten Grund. Der Hase gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und des Fortbestehen des Lebens. In der byzantinischen Tiersymbolik wird er als Sinnbild für Jesus Christus gesehen, welcher im Tod das Leben gebracht hat.
Auch das Ei hat viele verschiedene Bedeutungen, die sich zum Teil auf das christliche Osterfest übertragen haben. Aus dem Ei entsteht Leben und so galt es schon in der Urchristenzeit als Symbol der Auferstehung.
Jesus ist und bleibt die Schnittstelle zwischen dem jüdischen und christlichen Glauben. Als Jude feierte er die traditionellen Feste. Seine jüdischen Wurzeln verbinden uns mit dem Judentum und durch ihn bekommen wir Anteil an den zentralen Inhalten der jüdischen Religion.
Ein entscheidender Punkt, der Christen und Juden jedoch voneinander trennt, besteht in der „Messiasfrage“. Juden sehen in Jesus Christus einen Propheten von vielen. Für uns Christen ist Jesus der erhoffte Messias, der Erlöser und der Sohn Gottes.
Obwohl beim Osterfest wie auch beim Pessachfest die Thematik der Befreiung im Zentrum steht, werden unterschiedliche religiöse Schwerpunkten gesetzt. Jüdinnen und Juden feiern zu Pessach die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft und Christen mit dem Osterfest die Befreiung Jesu aus der Macht des Todes.
Wie gut kennst du dich mit der Bibelgeschichte über den Auszug aus Ägypten aus? Finde es heraus und teste dein Wissen bei einem Online-Quiz!

#beziehungsweise: jüdisch und christlich: Näher als du denkst

Die Verlesung der Esther-Rolle in der Synagoge steht im Zentrum des Gottesdienstes beim Purimfest. Auch wir Christen finden das Buch Esther im ersten Teil der Bibel. Es ist eingebettet zwischen dem Buch Judit und den Büchern der Makkabäer im Alten Testament.

Die jüdische A-Capella-Gruppe „The Maccabeats“ aus New York thematisiert in ihrem Musikvideo die Geschichte von der mutigen, jüdischen Königin Esther und ihrer Rettungsaktion.

Link zum Purim Song:

Hier die deutsche Übersetzung zum Songtext:

Steht auf für eine so große Erzählung,
Schuschan ist der Ort, wo alles begann
Das verborgene Wunder.
Ein Mann, der Zweite im Bunde,
Alle Juden zu töten war sein böser Plan
Ein Plan so jämmerlich.
Er wählte einen Tag für die Katastrophe.
Es ist ironisch, was danach kam.
Er wusste nicht, dass ein Mädchen namens Esther
es auf den Kopf stellen würde.

Also erhebt euer Glas, wenn ihr die versteckte Bedeutung sehen könnt,
sie liegt direkt vor dir,
wir werden nie etwas anderes als stolz sein,
die Geschichte zu erzählen,
v'nahafoch hu (Es wurde auf den Kopf gestellt).

Wollt ihr nicht kommen und kommen und euer Glas erheben,
komm und komm und erhebe dein Glas.
Esther wurde die Königin
Denn' Gott zog die Fäden hinter den Kulissen.
Sie trug die Königskrone.
Drei Tage lang haben die Juden nur gebetet,
Königin Esther riskierte ihr Leben, um den Tag zu retten
Sie brachte Haman zu Fall.
Die Straßen waren voll von Feierlichkeiten.
Alle aßen Hamantashen.
Jubel für die Nation
Ken tihiyeh lanu... (So sollte es für uns sein)

Also erhebt euer Glas, wenn ihr sehen könnt, die versteckte Bedeutung,
sie liegt direkt vor Ihnen,
wir werden nie etwas anderes sein
als stolz darauf sein, die Geschichte zu erzählen,
v'nahafoch hu

Wollt ihr nicht kommen und kommen und euer Glas erheben,
Kommt schon, kommt schon, erhebt euer Glas.
Also zieht eure Kostüme an.
Macht Lärm und übertönt Haman.
Trinkt nicht wie ein Narr.
Und denkt daran und denkt daran,
worum es an diesem Tag geht...
Also erhebt euer Glas, wenn ihr Gott an verborgenen Orten seht,
Er ist direkt vor euch,
Wir werden nie etwas anderes sein, als stolz darauf zu sein, unsere Geschichte zu erzählen
v'nahafoch hu

Also erhebt euer Glas, wenn ihr den verborgenen Sinn sehen könnt,
er liegt direkt vor dir,
wir werden nie etwas anderes sein, als stolz darauf, die Geschichte zu erzählen,
v'nahafoch hu

Wollt ihr nicht kommen und kommen und euer Glas erheben,
Komm schon, komm schon, erhebe dein Glas...

 (Lyrics © 2011 David Block and Immanuel Shalev)

Und hier kannst du noch ein Quizblatt zu Purim herunterladen.

Fachschaftsleitung: Magdalena Kania